Fersensporn und Plantarfasziitis verstehen
Der unsichtbare Schmerz unter der Ferse und die einfachen Übungen, die helfen

Wie erkennt man einen Fersensporn bzw. eine Plantarfasziitis?
Der Fersensporn an sich ist selten schmerzhaft. Was Schmerzen verursacht, ist die sogenannte Plantarfasziitis oder auch Entzündung des Fußsohlenbandes. Die Plantarfasziitis ist die häufigste Ursache für Fersenschmerzen und tritt sowohl bei aktiven als auch weniger aktiven Menschen auf. Das Fußsohlenband ist ein dickes Band, das vom Fersenbein bis vor an den Ballenbereich reicht. Als Fersensporn bezeichnet man einen kleinen, knöchernen Auswuchs am Fersenbein. Er entsteht dort, wo Sehnen und Bänder unter Spannung stehen. Typischerweise ist das dort der Fall, wo das Fußsohlenband am Fersenbein ansetzt. Hierbei spricht man vom plantaren oder unteren Fersensporn. Er unterscheidet sich vom oberen Fersensporn durch die Position.
Eine Plantarfasziitis verursacht einen stechenden Schmerz im Fersenbereich, der sich anfühlt, als wäre man auf einen Nagel oder eine Glasscherbe getreten. Dieser Schmerz tritt sowohl während langem Stehen, als auch nach Ruhephasen auf.
Besonders auffällig ist, dass sich der Schmerz im Laufe des Tages unterschiedlich stark bemerkbar macht – mal mehr, mal weniger intensiv. Üblicherweise lässt sich der Schmerz durch Druck am Ende der Ferse auf der Innenseite manuell auslösen.
Plantarfasziitis
Was ist es? Entzündung der Plantarfaszie (Sehnenplatte an der Fußsohle)
Woher kommt es? Überlastung und Reizung der Sehnenplatte
Schmerzen? Stechender Schmerz unter der Ferse - v.a. während langem Stehen oder auch nach Ruhephasen
Fersensporn
Was ist es? Knöcherner Auswuchs am Fersenbein
Woher kommt es? Chronische Reizung und Entzündung
Schmerzen? Oft schmerzlos, Schmerzen beim Auftritt
3 typische Symptome einer Plantarfasziitis
Die Symptome können von leicht bis sehr starke Ruheschmerzen variieren. Die drei häufigsten Symptome sind:
Stechende Schmerzen an der Ferse
Vor allem bei längerem Stehen oder direkt nach dem Aufstehen am Morgen macht sich ein brennender, stechender Schmerz bemerkbar.
Druckempfindlichkeit
Selbst bei leichten Berührungen oder Druck verschlimmern sich die Schmerzen in der Ferse. Es wirkt häufig wie ein blauer Fleck und tritt vorwiegend an der Innenseite der Ferse auf.
Zunehmende Beschwerden im Laufe des Tages
Durch sportliche Aktivitäten, langes Stehen oder Gehen verstärken sich die Schmerzen zunehmend. Deshalb sind regelmäßige Fußübungen von großer Bedeutung, um die Schmerzen langfristig zu lindern.
Woher kommen die Fersenschmerzen?
Übergewicht
kann zu einem Fersensporn führen, da ein höheres Körpergewicht den Druck auf die Plantarfaszie erheblich erhöht. Diese Überlastung führt dazu, dass die Faszie überbeansprucht wird und infolgedessen kleine Risse oder Entzündungen entstehen können, die schließlich zu einem Fersensporn führen.
Überlastung
durch intensive sportliche Aktivitäten wie Laufen oder Springen kann die Plantarfaszie ebenso überbeanspruchen. Besonders Sportarten, die schnelle Richtungswechsel oder Sprünge erfordern, stellen eine hohe Belastung für die Faszie dar. Diese wiederholte Belastung kann mikroskopische Verletzungen verursachen, die sich mit der Zeit zu einem Fersensporn entwickeln.
Ungeeignetes Schuhwerk
das den Fuß nicht ausreichend stabilisiert, kann ebenfalls zur Entstehung eines Fersensporns beitragen, da es die Plantarfaszie zusätzlich belastet. Schuhe, die zu weich sind, bieten dem Fuß keine ausreichende Führung und Stabilität, was dazu führt, dass der Fuß knickt und den Zug auf die Plantarfaszie erhöht. Umgekehrt können auch zu harte Schuhe die natürliche Abrollbewegung des Fußes behindern und somit die Faszie überbeanspruchen.
Fußfehlstellungen
wie Hohlfuß, Plattfuß sowie Knickfußstellungen und Pronationsbewegungen begünstigen ebenfalls die Entstehung eines Fersensporns. Diese Fehlstellungen verändern die Verteilung des Gewichts auf dem Fuß und führen zu einer ungleichmäßigen Belastung der Plantarfaszie, die auf Dauer beschädigt wird.
Langes Gehen oder Stehen
auf harten Böden kann die Plantarfaszie übermäßig beanspruchen und somit einen Fersensporn verursachen. Harte Böden bieten keine Dämpfung, wodurch die Faszie bei jedem Schritt stark belastet wird.
Altersbedingte Veränderungen
der Fußstruktur können, wie eine verminderte Elastizität der Faszien und Bänder, zur Entstehung eines Fersensporns beitragen. Mit zunehmendem Alter verliert das Gewebe an Flexibilität und kann den Belastungen des Alltags weniger gut standhalten.
Genetische Faktoren
können ebenso eine Rolle spielen. Personen mit einer familiären Veranlagung zu Fußproblemen haben ein höheres Risiko, einen Fersensporn zu entwickeln.
Unterer Fersensporn
An der Fußsohle, am Ende der Ferse zu den Zehen hin.

Oberer Fersensporn
An der Rückseite der Ferse, dort, wo die Achillessehne ansetzt.

Der Fersensporn wird oft als Sammelbegriff für den Knöchernen Auswuchs, sowie eine Entzündung des Fußsohlenbandes (Plantarfaszie oder Plantaraponeurose) genutzt. Es ist wichtig zu erwähnen, dass meist jedoch die Entzündung, also die Plantarfasziitis, die typischen Fersenschmerzen verursacht. Die Plantarfasziitis bildet dabei die Vorstufe des klassischen Fersensporns, also der Verknöcherung der Sehnenplatte an der Ferse.
Was tun bei einem Fersensporn?
Beim Verdacht auf einen Fersensporn ist es wichtig, zunächst die die Ursache für die Reizung des Fußsohlenbandes herauszufinden.
Je nach Fortschritt des Sporns sollte dann zunächst mit Übungen, geeigneter Schuh- und Einlagenversorgung begonnen werden. Zusätzlich kann eine ärztlich angeordnete Stoßwellentherapie nützlich sein. Hierbei ist es jedoch wichtig, vorab zu klären, ob es sich tatsächlich um einen Fersensporn handelt oder um die Vorstufe, die Plantarfasziitis. In diesem Fall wäre die Stoßwellentherapie nicht hilfreich.
Die Kombination aus Entlastung, gezielter Fußübungen und orthopädischen Einlagen ist für eine Heilung maßgeblich.
Entlastung der Ferse
Gezielt Ruhephasen einbauen, indem lange Gehstrecken oder intensive sportliche Aktivitäten reduziert werden. Ebenso sollte das Barfußlaufen auf harten Böden vermieden werden.
Dehnübungen sind für die Linderung der plantaren Schmerzen entscheidend. Diese lassen sich in drei Phasen einteilen:
Übungen gegen Fersensporn
Phase 1 – Schmerzreduktion und Mobilisation
In der ersten Phase geht es vorwiegend um die Lockerung der Muskeln, damit Verklebungen gelöst und tiefe Fußmuskeln aktiviert werden. Hierbei können folgende Übungen helfen:
- plantare Mobilisierung um Verklebungen an der Fußsohle zu lösen
- Kniesehnendehnung (mit gestrecktem und gebeugtem Knie), um die Belastung zu verringern
- Handtuchkrallen (Towel Curl) zur Aktivierung der tiefen Fußmuskulatur, die das Fußgewölbe stützt
Phase 2 – Kraftaufbau
Zur Kräftigung der Fußmuskulatur unterstützen folgende Übungen:
- Wadenheben (gestrecktes und gebeugtes Knie) stärkt Gastrocnemius und Soleus, reduziert die Belastung der Plantarfaszie
- Band-Inversion aktiviert den Musculus tibialis posterior, der die Fußgewölbe-Position kontrolliert
- Doming-Übung zur Kräftigung der intrinsischen Fußmuskulatur
Phase 3 – Steigerung der Belastbarkeit
Durch regelmäßiges Training können Schmerzen gelindert und die Belastbarkeit der Plantarfaszie erhöht werden.
- Skater Squat - Kräftigung der vorderen Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur zur Entlastung der Plantarfaszie
Individuelle Einlagen und maßgefertigte valinos
Einlagen und valinos können eine wertvolle Unterstützung bei der Behandlung und Prävention von Fersensporn sein. In unserem Fall werden Einlagen immer so hergestellt, dass sie die Ursache für den Schmerz behandeln und nicht das Symptom.- Der Fersensporn wird unter anderem durch Fehlstellungen des Fußes verursacht. Knickt der Fuß stark nach innen, so ändert sich die Zugrichtung auf das Fußsohlenband, wodurch es gereizt wird und schließlich entzündet. Durch die Propriozeptive Wirkung unserer Einlagen, geben wir beim Geben einen Impuls, auf den der Fuß durch Muskelanspannung reagiert. Diese Muskelanspannung führt zu einer Änderung der Fußstellung, was über die Zeit zu einem neuen Bewegungsmuster führt.
- Hohe Belastungen am Fuß können den Fersensporn ebenfalls begünstigen. Die Einlagen unterstützen durch die Muskelstimulation und führen zu Muskelaufbau der kurzen Fußmuskulatur. Die Kräftigung der Muskulatur erhöht die Belastbarkeit des Fußes.
- Einlagen helfen, den Druck auf die Plantarfaszie zu verteilen und somit die Belastung zu reduzieren. Durch eine individuelle Anpassung der Einlagen wird eine optimale Unterstützung des Fußgewölbes erreicht, wodurch die Faszie entlastet und die Heilung gefördert werden kann.
- Orthopädische Einlagen sind zudem darauf ausgelegt, Fehlstellungen des Fußes zu korrigieren und ein gesundes Abrollverhalten zu ermöglichen. Dies ist besonders wichtig, da Fußfehlstellungen wie Hohlfuß und Plattfuß die Entstehung eines Fersensporns begünstigen können. Einlagen können auch zusätzliche Dämpfung bieten, um die Stoßbelastung beim Gehen und Stehen auf harten Böden zu minimieren. Durch regelmäßiges Tragen der Einlagen kann die Plantarfaszie geschont und der Heilungsprozess unterstützt werden.
Lesen Sie hier, wie die Analyse bei Orthopedie Walter durchgeführt wird

Schuhe
Schuhe, die ausreichend Stabilität bieten und den Fuß führen, sind essenziell. Der Schuh sollte weder zu hart noch zu weich sein.
ACHTUNG: Bei einem Fersensporn verspürt man durch besonders weiche Schuhe zunächst Linderung. Weiche Schuhe sind jedoch oft ursächlich für den Fersensporn und können ihn über die Zeit verschlimmern. Der Fuß wird nicht geführt, kann knicken, was den Zug auf die Plantarfaszie verstärkt und den Sporn über die Zeit schlimmer macht. Lassen Sie sich bei uns zu geeigneten Schuhen beraten.
Merkmale zum geeigneten Schuhwerk
- Breiter Auftritt
- Gute Fersenführung
- Geeignete Mischung aus Polsterung und Stabilität
- Breite Zehenbox, um die Fußmuskulatur aktiv zu halten und dem großen Zeh ausreichend Raum zu geben, um das Nach-Innen-Knicken zu verhindern

Fazit
Die Plantarfasziitis ist schmerzhaft, aber irreversibel und gut behandelbar. Durch eine Kombination aus gezielten Fußübungen, geeignetem Schuhwerk und maßgefertigten orthopädischen Einlagen finden Ihre Füße zurück in die Balance und Fersenschmerzen lassen zunehmend nach.
Mit den richtigen Maßnahmen können Sie jeden Tag schmerzfrei starten – Schritt für Schritt.
